Fremde Katze füttern
- Jacqueline's Tierbetreuung

- 15. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Fremde Katze füttern – warum gut gemeint grosses Leid verursachen kann

Fremde Katze füttern – was viele Menschen nicht bedenken
Vielleicht sitzt genau jetzt irgendwo ein Mensch am Fenster und wartet.
Der Futternapf steht bereit.
Die Haustüre ist geöffnet.
Immer wieder wird nach draussen geschaut.
Doch die Katze kommt nicht nach Hause.
Mit jeder Stunde wachsen die Sorgen.
Ist sie verletzt?
Wurde sie angefahren?
Ist sie irgendwo eingesperrt?
Oder ist ihr etwas Schlimmes passiert?
Wer selbst eine Katze hat, kennt dieses beklemmende Gefühl.
Man beginnt zu suchen, läuft durch die Nachbarschaft, ruft ihren Namen, schläft schlecht und hofft bei jedem Geräusch, dass sie endlich wieder auftaucht.
Und manchmal liegt der Grund ganz woanders.
Nicht selten wird eine Katze regelmässig von Menschen gefüttert, die es einfach gut meinen.
Fremde Katze füttern – gut gemeint, aber nicht immer hilfreich
Viele Menschen stellen einer fremden Katze etwas Futter hin, weil sie glauben, sie sei hungrig oder nicht ausreichend versorgt.
Die Absicht dahinter ist meist liebevoll.
Doch was gut gemeint ist, kann unbeabsichtigte Folgen haben.
Katzen sind Gewohnheitstiere.
Steht an einem anderen Ort regelmässig Futter bereit, verbringen manche Katzen immer mehr Zeit dort und kommen seltener nach Hause.
Für ihre Besitzer beginnt oft eine Zeit voller Angst, Unsicherheit und schlafloser Nächte.
Es geht nicht nur ums Futter Viele Katzen benötigen eine ganz bestimmte Ernährung. Manche leiden unter Allergien oder chronischen Erkrankungen. Andere brauchen Spezialfutter oder müssen regelmässig Medikamente einnehmen.
Wer eine fremde Katze füttert, weiss meist nichts von ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte.
Was für den einen wie eine kleine Aufmerksamkeit aussieht, kann für die Katze unter Umständen problematisch sein.
Hinter jeder Katze wartet ein Mensch
Als Katzenbetreuerin erlebe ich immer wieder, wie eng die Bindung zwischen Mensch und Katze ist.
Deshalb wünsche ich mir, dass wir nicht nur Mitgefühl für die Katze haben, sondern auch für die Menschen, die zu Hause auf sie warten.
Bevor Du eine fremde Katze regelmässig fütterst, frage Dich einen Moment:
Vielleicht hat sie bereits ein liebevolles Zuhause.
Vielleicht wartet dort gerade jemand voller Sorgen darauf, dass sie endlich wieder nach Hause kommt.
Was Du stattdessen tun kannst
Wenn Dir eine Katze auffällt, die ungepflegt wirkt, verletzt erscheint oder den Eindruck macht, Hilfe zu benötigen, frage zuerst in der Nachbarschaft nach oder wende Dich an eine geeignete Meldestelle wie z.B. www.stmz.ch oder lasse beim Tierarzt auslesen, ob die Katze eventuell sogar einen Chip hat.
In den meisten Fällen hilfst Du einer fremden Katze mehr, wenn Du ihr nicht regelmässig Futter gibst, sondern zuerst abklärst, ob sie bereits ein Zuhause hat.
Mein persönlicher Wunsch
Mitgefühl ist etwas Wunderschönes.
Doch echtes Mitgefühl schliesst alle Beteiligten mit ein.
Nicht nur die Katze.
Sondern auch den Menschen, der sie liebt und jeden Abend darauf wartet, dass sie gesund nach Hause kommt.




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